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zeigt her eure krallen

an die mädels und jungs, die ladies und gentlemen, die mäuschen und schätzchen, die ghinzus und fonzis - an alle, die sich in den letzten tagen viele gedanken gemacht haben, das ist unser geschenk an euch:
die debattierfreude in deutschland hielt sich, außer vielleicht auf phoenix, eher zurück, wenn man das ganze global vergleicht.
das ist nicht erwiesen, nur unsere beobachtung.
warum das so ist, können wir auch "nur" vermuten.
hierzulande ist es jedenfalls mit einer so richtigen meinungsäußerung nicht so einfach. das kann mehrere gründe haben.
zum einen, die angst, mit seiner meinung anzuecken. es gibt immer jemanden, der sich über etwas aufregt, was in den augen eines anderen so gar nicht stimmt. das ist pauschal völlig in ordnung und wenn dieser seinen unmut zivilisiert hervorbringen kann, dann bestätigt es sogar das optimum einer freien meinungsäußerung. da das aber leider nicht immer der fall ist und einige auf rabiatere mittel zugreifen, um ihren willen durchzusetzen, berechtigt sich die angst derer, die ihre meinung ungern äußern (letztere sollten aber an dieser stelle wissen, dass erstere einfach armselige einzeller sind).
zum anderen gibt es natürlich auch noch die menschen, die keine meinung haben. entweder sind diese grundsätzlich ambivalent den dingen gegenüber eingestellt, was positiv betrachtet auf ein versöhnlich gestimmtes gemüt schließen lässt, jedoch auch nicht ausschließt, dass entsprechende personen, gelinde gesagt und negativ betrachtet, auf alles scheißen.
nun dreht sich die welt bekanntlich trotzdem weiter, darauf scheißend, welche meinung person x vertritt oder nicht vertritt und wir kommen zum herbst-an-sich plus jahres-endstimmung-deluxe.
life-style-magazine (von denen wir uns meinungsfrei distanzieren) ermittelten den november als monat der depressiven stimmung. weil es grau, kalt und früher dunkel ist. weil einige menschen bereits dann ihr verpatztes jahr revue passieren lassen. weil die natur des menschen negative dinge immer mehr aufwiegt, als positive. weil der vernunftbegabte prinzipiell immer was zu meckern hat.
nun, wenn letzteres zutrifft, dann hat der meckernde doch technisch gesehen eine meinung, die er scheinbar bereitwillig äußert. der umkehrschluss an dieser stelle ist einleuchtend, oder?
dennoch fühlt es sich unbefriedigend an, zu wissen, wie hierzulande auf die meinung wert gelegt wird. da hier eine meinung nicht zwangsläufig bedeutet, eine veränderung mit sich zu führen. wäre zwar schön, einen missstand nicht nur zu äußern, sondern diesen auch entsprechend zu verändern, aber das wäre dann wieder mit einem gewissen maß an anstrengung verbunden. und etwas blöd zu finden, ist für die wenigsten motivation genug, den arsch hoch zu kriegen, um es zu verbessern. der mensch ist also in der lage, mit einem bestimmten anteil an anstrengung eine unerwünschte lage zu erkennen, jedoch schafft er es nicht immer, genügend anstrengung aufzubringen, um diese lage zu optimieren. dieser misserfolg frustriert ungemein. die erkenntnis darüber hilft keineswegs weiter, das ist einleuchtend, aber grundsätzlich festzuhalten. schließlich ist es weniger frustrierend, energie für eine veränderung aufzuwenden und dann doch zu scheitern - jetzt nicht nach brecht (wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren) gehend, sondern viel mehr durch das glimpflich davon kommen, mit dem "ich hab' alles versucht, hat trotzdem nicht geklappt, ist dann nicht mehr in meinem aktionsradius". also eher radiohead (you can try the best you can, the best you can is good enough). das soll natürlich nicht bedueten, dass man immer nur das machen soll, was in seinem zuständigkeitsbereich vor sich geht, den tellerrand haben wir alle ja im kopf, immer nach höhrerem streben - aber man ist nur mensch und muss auch sein. es geht hierbei einfach nur darum, sich von einem rückschlag, der aufgrund mangelnder möglichkeiten entstand, nicht unterkriegen zu lassen, weil es auch nichts mit bösen absichten oder für immer vertanen chancen zu tun hat. und wenn man sich einigermaßen gut anstellt, lernt man daraus, völlig eigennützig, nicht immer auf die gleiche nase zu fallen.
nehmt euch das leben nicht aus verzweiflung, sondern nehmt euch euer leben, weil es euch gehört. hegt und pflegt es, genießt es, leidet dafür. kämpft, schwitzt, futtert, schläft, probiert, lernt, hört, schaut, fühlt, riecht, und was noch alles, um euer leben zu erhalten und so viel wie möglich davon zu haben. macht euch keinen vorwurf, dass es anderen schlechter geht als euch, kümmert euch um sie, so gut ihr könnt. seid nicht neidisch, dass es anderen besser geht, seid in dieser linie egoistisch und kümmert euch um euch.
und wer nicht fragt, hat die sesamstraße nicht verstanden.

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