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stissmernändvisse - xing und so

mahlzeit, nabend, nacht, leute!

wer sich irgendwann vor äonen ein xing-profil angelegt hat - weil damals, als es noch "openbc" hieß, bc für "business club" stand, man sich als unerfahrenes berufsanfängeropfer jedwede simple möglichkeit der kostengünstigen selbstpräsenz zum finden eines potentiellen brötchengebers zunutze oder noch hoffnungen machte, ES DAMIT ZU SCHAFFEN und in den anfängen von web 2.0 alles anschnacken ließ - ahnt vielleicht, worum es nun gehen könnte...

zwecks beruflicher neuorientierung haben sich einige in unseren reihen ihr business-profil ein bisschen hübsch gemacht und dadurch, dass sie ihre plattformen scheinbar nicht regelmäßig nutzten, doch allenernstes angenommen, unter profilangaben, wie "ich suche" ihre berufswünsche zu platzieren.

nun kann es vorkommen, dass plötzlich gehäuft emails im postfach liegen, die einen darüber informieren, dass einige leute bieten, was man sucht.

das ist grob betrachtet GENAU DAS, was man wollte.

schade nur, dass hier bereits die interessen auseinander zu gehen scheinen.

wenn man als "ich suche" zum beispiel "fotodesign" angegeben hat, schreiben ein die lokalen, qualitativ hochwertigen und wirklich mords interessanten firmen alle an, weil sie das bieten, was man sich nachts nicht mal zu träumen wagt und man macht luftsprünge, weil die damen und herren einen quasi unbesehen zu "einem gespräch" einladen wollen. ganz unverbindlich, kein abo, etc.

alles schön und gut, unsereins freut sich und bekommt sogar "material" per post angeboten, zwecks vorabinformation. unsereins dachte dabei an die üblichen "warum unsere firma so erfolgreich ist, the unique way of a company named pipapo"-prospekte, vielleicht einen ivd-service-monitor-flyer mit diesem jährlich-prämiert-siegel, das ein wenig an die aldi-safttüten erinnert. [wobei unsereins annimmt, dass sich das besagte siegel auf nahezu allen aldiprodukten befindet, man geht mit sowas jedenfalls hausieren, das ist der eigentliche punkt.]

und was für material bekommt unsereins nun zugeschickt?

keine kataloge, flyer, firmengeschichten, zahlen-daten-fakten-krücken jedenfalls.

auch keine bewerbungsformulare mit ankreuzfeldern (schade!).

nein, wir bekommen quasi als promo das, was DIE dem KONSUMENTEN auf dem markt anbieten.

der entsafterhersteller schickte also eine saftpresse, der kaffeeladen eine auswahl seiner beliebtesten sorten, die fotodesigner kommen mit posterrollen und so weiter und sofort.

warum haben die das bloß getan? und wo ist die rechnung?

die sahen uns - unsereins - als dienstleister.

prost mahlzeit.

tja.

das ging wohl ganz glatt nach hinten los. nachdem wir nun die nächsten zwei jahre ausgesorgt haben, was konsumartikel angeht, mussten wir eine kleine marketingkonferenz einberufen, um den dadurch entstandenen finanziellen schaden unserer qua kollegen so weit es geht einzudämmen und damit unser dauernd schlechter werdendes gewissen zu entlasten.

klar, im prinzip ist es nicht unsere schuld, dass die leute ihren lagerbestand an x-beliebige internetprofile verschicken, wie es ihnen gerade so gefällt, es würde uns auch keiner von den wahnsinnig netten leuten, DIE WAHRSCHEINLICH AUCH ALLE IM MARKETINGBEREICH ARBEITEN und bestenfalls genauso unterbezahlt sind, deswegen anschmollen. wir würden auch einfach irgendetwas anderes zurückschicken (können denen ja nicht ihren kram geben, die denken dann, wir mögen die nicht oder wir wären arrogante pimpfe oder sonstwas krankes), wenn wir bloß etwas hätten, außer unserer sich unstetig häufenden zahl unwillkürlicher wortschnipsel, die wir nur hier und dort verwerten können, mit denen sonst aber kein normalsterblicher etwas anfangen WOLLEN würde, selbst wenn er es könnte und dann auch noch täte, tatütata. also müssen wir sinnlos aufträge annehmen (böse zungen würden behaupten, dass wir das doch ohnehin schon tun - im ernst, wie soll man denn sonst einen übertoten zweig, wie den eines marketing-bonsais dauerwiederbeleben können? bücherschreiben und koksen zählen nicht!). das konnten wir zumindest bei dem saftpresser erpressen, der kriegt jetzt gratis einen autoanalyser für das qualitätsmanagement. braucht er zwar nicht, aber mit dem reagenzvertrag entstehen ihm fast keine kosten. wenn man den jährlichen mindestabsatz außen vor lässt jedenfalls. ist zwar nicht unser system, doch mal ehrlich, das kommt eh alles aus china - sogar das, was aus japan kommt...

mit dem kaffeeröster und den fotodesignern tun wir uns schon etwas schwerer, wie macht man diese menschen bloß glücklich?

der kaffeemensch macht das, was er tut entweder aus großer liebe zur sache oder aus purem hass und erfahrungsgemäß würden wir dementsprechend mit allem daneben liegen.

und die fotoleute?

die sind permanent ultrakreativ, was sich in deren hirnen abspielt würde auf die realität gemünzt für eine deutlich attraktivere umgebung sorgen, sogar der kaugummi auf dem gehsteig hätte ein vektorisiertes blumenmuster und wir wären alle mächtig happy.

was kann man denen denn hinstellen?

ein mixtape auf dat in einer selbstgetöpferten blumenvase?

miniaturen der sehenswürdigkeiten tuvalus in wackelpudding?

das rialto renoviert mit danke!-klopapier?

hier beißt sich unser marketing die zähne dran aus. töpfern kann von uns nämlich keiner, genauso ist es uns allen unmöglich, wackelpudding richtig zu machen und das rialto wollen wir ja für den eigenbedarf haben. so nett wären wir dann doch nicht.

uns bleiben genau zwei möglichkeiten:

1) entweder gehen wir zu denen hin und sagen denen direkt ins gesicht: "wir wollen nur euer geld und zu euch geröhren und haben kein geld und wollen keine poster" - das ganze irgendwie in netter und in professionell wirkende drum-herum-reden-sätze verpackt.

2) wir machen das, wofür eigentlich xing zuständig ist, wir knüpfen kontakte weiter und lassen unsere konspirativen beziehungen spielen.

da wir uns für möglichkeit zwei entschieden haben, kriegen wir jetzt keine neuen jobs und müssen vor allen dingen viel telefonieren...

bis die tage, ihr lieben "bestätigten kontakte"

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