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das leben ist 'ne party, wenn

man sich, mit genügend abstand betrachtet (das bedeutet, acht tage nach silvester, acht tage ohne exzesse - auch wenn es davor über den daumen gepeilt keine gab, acht tage mit dem gedanken, dass wieder ein neues jahr beginnt - ähnlich, wie an geburtstagen - und im endeffekt alles ist, wie vorher), sein leben so anschaut, es in einen blog postet, weil man eine halbe stunde zeit überbrücken möchte und beim internetzeitunglesen auf einige dinge stößt, bei denen man sich fragt, ob man irgendwann die kurve nicht gekriegt hat.
es beginnt mit dem täglichen sich zerreißen über außenpolitische krisen. kenia-krise, gaza-demo gegen bush, obama-clinton wettrennen und weiß der geier.
die süddeutsche umjubelt in einem artikel die sich umjubelnden amerikaner, welche in der wahl von obama ein grundsätzliches umdenken in der "amerikanischen kultur" herbeiruft, weil er ja - um es zum hundersten mal zu betonen - nicht weiß ist. hillary wird dann zum hemdenbügeln beordert. ein umdenken halt. wenn obama wirklich gewählt wird und dann nicht plötzlich von heute auf morgen alle probleme des landes beseitigt, dann sind die schwarzen wieder blöd, oder was?
ich hebe mir die debatte für die nächste lahme party auf. vier uhr morgens, in der küche.
die mitbringsel sind entweder gegangen oder hängen in ihrem vertrauten haufen im wohnzimmer herum, stapeln pet-flaschen und bewerfen hin und wieder einmal einige mitmenschen, die sie gar nicht richtig kennen, es aber gerne würden, aber nicht wissen, wie sie ein gespräch beginnen sollen.
kann ich verstehen, dass das mit 2,3 promille schwierig wird.
also, ich stehe in der küche, da dort der raucherbalkon ist, ein, mit glück einen halben quadratmeter großer fortsatz einer bodenquerstrebe, bei welcher der hausarchitekt vor 40 jahren nicht wusste, wo sonst damit hin.
natürlich rauchen die meisten mittlerweile in der küche und nicht auf dem balkönchen. dem besitzer ist es eh egal, er hat das in der küche rauchen quasi eröffnet.
richtiges essen gibt es lange schon nicht mehr, geschweige denn, dass es etwas außer flips und chips und 80.000 ethno-dips überhaupt gab. man hat sich sowieso immer gefragt, warum und womit man diese matschpasten konsumieren sollte, weil ja niemand dran gedacht hatte, brot anzuschleppen...
nun denn, die dipschalen - ob voll oder leer - sind mittlerweile aschenbecher oder fast-kunst-gegenstände, weil man ja allerhand an müll in die schalen schmeißen kann und sich die pasten auch wunderbar an kücheneinrichtung oder gästen macht.
das geplapper zieht, gemeinsam mit den rauchschwaden, wogen durch die küche, klingt entspannt, ist es aber nicht. links von mir debattieren zwei spex-leser darüber, dass "es früher 100 bands gab, die millionen von platten verkauften und heute ist es umgekehrt". rechts von mir knutschen zwei, die sich vorher, glaube ich, nicht kannten und/oder mochten und vor mir textet mich ein mittlerweile mächtig verschwitzter typ mit einem schiefen gesicht über die inneren werte der frauen zu.
das macht spaß.
nein, macht es nicht.
jedenfalls nicht immer.
manchmal macht man den kram ja selber mit, ist entweder musikbesserwisser, knutschopfer/ -täter oder sinn-des-lebens-texter.
aber was hat es für eine bedeutung?
danach geht das leben weiter, wie vorher.
entweder wurde obama gewählt oder sonstwer.
irgendwann kommen wieder em, wm und olympische spiele.
irgendwann gibt es wieder irgendwo krieg.
die umwelt geht nun schon seit 30 jahren aktiv zu grunde, atomkraft, nein danke.
entweder gibt es wieder mehr nazis oder kinderschänder oder busunglücke.
und vielleicht sind wir bis dahin eh nicht mehr da und dann?
das leben geht weiter.
wo bleibt die unbeschwertheit, die jetzt für diese furztrockene ignoranz platz gemacht hat?
klar, ich werde alt. aber das eigentliche problem ist, dass ich keine helden mehr habe. ich weiß auch gar nicht, ob ich je welche hatte.
ist ja auch wurscht, aber normalerweise rennen alle menschen irgendetwas hinterher, wovon sie begeistert sind.
tor gegen argentinien, lieblingspolitiker (ich weiß, hierzulande nicht ganz einfach) gewählt, konzert von blabla super! - nichts. das gibt es alles nicht. weil immer mehr ein "och, ohne bin ich auch zufrieden" hinterherkommt.
klar, man kann sich selbst zum helden machen, irgendwelche wettkämpfe abfeiern oder das beste essen der welt kochen, vielleicht mal 'ne platte auf den markt schmeißen? ein comicbuch veröffentlichen? meine wahnsinnig spannenden memoiren niederschreiben?
juhu. und dann?
ich trinke auf mich selbst.
der wahnsinn.
nee, das ist es irgendwie auch nicht.
dann doch lieber eine party, bei der einem morgens um vier sowieso alles egal ist.
auf die parties!

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