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ansichtssache / bin ich tot?

"unser selbst befindet sich dort, wo unsere augen sind." hendrik ehrsson ist hirnforscher. mit einer reihe von experimenten hat er seine probanden quasi hinters licht geführt, um zu beweisen, dass unsere wahrnehmung in der welt abhängiger von unseren augen (sofern wir funktionstüchtige haben) ist, als man vielleicht denken würde.
sein experiment wird hier (quelle: br) detailliert dargestellt; hier die kurzfassung:

1) das versuchsobjekt bekommt vors linke auge ein bild vorgesetzt, das von einer kamera aufgezeichnet wird, welche den rücken des probanden filmt. um den räumlichen wahnehmungseffekt zu gewährleisten (mal ins blaue geraten), gibt es eine zweite kamera, die das gleiche macht und das bild aufs rechte auge projiziert.

2) nun piekst der forscher den probanden in den bauch während die kamera dem versuchskaninchen ein pieksen in den rücken zeigt. na, was passiert? richtig, die testperson empfindet ein stechen im rücken, vorn ist nichts los.

das fand ich schon eine putzige geschichte zum frühstück und während sie mit der folgenden scheinbar nur indirekt zu tun hat, kommt dennoch der zweite bericht.

nämlich:

angeblich soll es eine videobrille geben, die das sogenannte "licht am ende des tunnels" aufzeichnet. also das, was die patienten gesehen haben wollen, welche kurzzeitig klinisch tot waren und danach zurück geholt wurden. der bericht in der welt online gibt im prinzip den gleichen versuch vom ehrsson wider, welcher vom bayerischen rundfunk nachvollziehbarer dargestellt wurde (hatte zuerst den artikel aus der welt gelesen und mich gefragt, wie die denn so schnell einem frisch tot gegangenen eine videobrille aufsetzen und ihn dann zurückholen konnten..). die verbindung zum tod wird jedoch in der welt klarer dargestellt: die synapsen spielen verrückt, daher das licht.

plausibel, kannten wir aber schon.

dass nun die augen die eigene körperliche empfindung steuern, kann man in so zahnarzt-episoden nachvollziehen (das berühmte poster an der decke), die verbindung mit den durchdrehenden hirnwindungen und der damit gekoppelten wahrnehmung eines hellen lichts kannte man nur so vom hörensagen, was den herrn ehrsson vermutlich dazu veranlasste, mit seinen kollegen den darstellungsversuch zu starten.

der aufhänger fraß mir beinahe die nerven, da er implizierte, dass mit einer solchen brille vom prinzip her sämtliche hirnvorgänge festgehalten werden können. nicht in diesen farbigen krümeln, sondern in echten bildern.

stellt euch vor, wie das wäre, man könnte filmen, was man wirklich sieht, so, wie man es wirklich sieht. das wäre unfassbar, der beste film der welt!

aber davon sind wir noch meilenweit entfernt.

schade.

zumindest piekst dich nur, was du dich pieksen siehst.

amen.

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