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das ist eben so

na, wer hätte das gedacht, sie kehrt hochmotiviert und finanziell ruiniert zurück an den ort des verbrechens, wird überaus nett aufgenommen, mit ein bis zwei schulungen abgefrühstückt und hat bereits in woche zwei keine ahnung, was sie tun soll. das ist nicht schlimm, flexibilität schützt vorm dumm werden, auch wenn sie gerade einen empfindlich überschaubaren arbeitsbereich hat.
gut, das wird sich schnell ändern, das miese klima wird mieser, die arbeitenden leute arbeiten mehr, da kommt sicherlich was sicheres zusammen.
kollegin eins ist plötzlich überrascht schwanger und hört deshalb rudimentär das qualmen auf, kollegin zwei freut sich plötzlich überrascht darüber zusammen mit der neu/wiedereingestiegen und hört deshalb rudimentär das qualmer-ausbuhen auf.
beide damen sind zwei von den guten.
sie haben ihr blumen auf den tisch gestellt, mit einem zettel, auf dem stand "herzlich willkommen 'back' in unserer büro-wg - s+a". sie freute sich.
morgen wird über ihre zukunft in dem japanischen unternehmen für optische geräte gesprochen.
"das ist eben so" sagt eine frustrierte kollegin zu ihr, als diese ihr auf dem weg zur post begegnete.
die post muss nämlich dem finanzamt ein einschreiben schicken, da eine mahnung an ihren seit einem halben jahr verstorbenen vater gerichtet wurde, über einen betrag, den sie bereits gezahlt hatte.
im februar.
jetzt ist mai.
"das ist eben so" sagte die frau von der steuerkasse am telefon.
sie bekommt von ihrem kollegen, der gerade ein kaputtes auge hat und damit aussieht, wie ein eichhörnchen nach einem stromschlag, einen usb-stick, um die daten von dem rechner einer widerum anderen kollegin zu sichern.
nun kümmert sie sich um die namesschilder für die mitarbeiter, die an einer messe teilnehmen.
das tut sie, weil die kollegin, die sich damit befassen soll, ziemlich überfordert mit ihrer ablage in einem berg von arbeit erstickt.
"das ist eben so" muckiert ein missgünstiger kollege im vorbeigehen abfällig.
natürlich ist das alles eben so, denkt ihr denn, wir wären schwachsinnig?
das programm für die namensschilder ist mächtig mistig. "das ist eben so", denkt sie sich, da selbstverständlich selten etwas schnell und einfach klappt, wenn es schnell und einfach klappen muss.
die kollegin mit dem stress, dem kind-in-bau und der neugewonnenen nikotinfreiheit hat die aufgabe zurückübernommen, sich wohl das eine oder andere "das ist eben so" angehört, als sie begann, sich zu fragen, warum dieses dämliche programm dämliche fehl- bis nicht-funktionen produziert.
mittagspause.
nun geht es nach draußen in den regen. nach fast drei wochen durchgängiger trockenheit, wühlt der graue schleier den dreck von den straßen der city süd.
eine haarspray-werbeträgerin ist kurz vor dem nervenzusammenbruch, da ihr babeleskes haupthaarkonstrukt jämmerlich einzustürzen droht und sie denkt sich wohl "das ist eben so".
der smog vom heidenkampsweg stapelt sich mit den autos auf der kreuzung, weil eine riesige baustelle den weg aus der stadt versperrt. sie hupen und schieben und pöbeln genervt. diese zerfetzten geschwüre als verbaler ausdruck ihrer unzulänglichkeit in geduld oder orientierung klingen ein im singsang der prasselnden tropfen. ein alter herr steht ihr auf der anderen straßenseite gegenüber und lächelt ein "das ist eben so" zu.
sie lächelt zurück: "ich weiß"

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